Ein falsches Wort, eine falsche Bemerkung ist schnell gesagt oder geschrieben und schon steht das (vermeintliche?) Missverständnis im Raum.
Wer ist verantwortlich, das Missverständnis auszuräumen? Die Person, die das Missverständnis verursacht, weil nur sie erkennt, dass etwas in der Kommunikation schief gelaufen ist?
Weshalb geht vielen von uns ein „Tut mir leid, das habe ich nicht so gemeint, wie es herüber gekommen ist“, so schwer über die Lippen? Ist es der Stolz? Oder die Angst, sich selbst verletzlich zu zeigen und eine Beziehung zu belasten? Ist uns die Tragweite unseres Handelns nicht klar? Haben wir Angst vor unseren eigenen Gefühlen und nehmen es billigend in Kauf, das Missverständnis nicht aufzuklären? Fehlt uns der Mut, uns unsere eigenen Fehler und Schwächen einzugestehen und die Verantwortung dafür zu tragen? Schieben wir deshalb die Verantwortung dem Menschen zu, der uns in unseren Augen missverstanden hat?
Ein aufrichtig ausgesprochenes „Tut mir leid, kommt nicht wieder vor“ ist ein Ausdruck von Empathie und Verständnis für sein Gegenüber. Ist das so viel schmerzhafter, als einen Menschen dauerhaft zu verlieren?
Mir fällt dazu mein Lieblingszitat von Albert Camus ein: „Gehe nicht hinter mir, vielleicht führe ich nicht. Gehe nicht vor mir, vielleicht folge ich nicht. Gehe einfach neben mir und sei mein Freund“.
Text und Fotos: Annette Mertens

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