Bei Aristoteles gilt „die Freundlichkeit als die Mitte zwischen dem Verhalten des Gefallsüchtigen und des Streitsüchtigen und bestimmt den Umgang mit Freunden und Mitmenschen. Der Freundliche begegnet seinem Gegenüber liebenswürdig und bringt ihm das Interesse entgegen, das ihm gebührt. Er nimmt Rücksicht auf andere und versucht sich so zu benehmen, dass niemand Anstoß an ihm nimmt“.
Klingt gut, oder? Doch wie klappt es im Alltag heute weit über zweitausend Jahre nach Aristoteles? Ist von dieser Haltung etwas übrig geblieben? Nehmen wir (genug) Rücksicht auf andere, dass niemand Anstoß an uns nimmt? Erfahren wir umgekehrt genug Rücksicht von anderen, ohne dass wir Anstoß an ihnen nehmen?
Wie erlebt ihr es in eurem Alltag? Sind die Menschen in eurer Umgebung freundlich zugewandt, hilfsbereit und empathisch? Oder begegnet ihr häufig knurrigen, rücksichtslosen und unhöflichen Stieseln? Wie verhaltet ihr euch?
Wie steht es um den höflichen Umgang im Miteinander, einem Lächeln, einer hilfsbereiten Geste oder einem freundlichen Wort?
Oder erlebt ihr respektloses Verhalten, das sich gerade bei Menschen, die beruflich oder privat häufig miteinander zu tun haben müssen, in kleinen, spitzen Bemerkungen äußert, an denen ihr euch „pieksen“ sollt?
Freundlichkeit vervielfacht sich und schafft ein angenehmes Miteinander. Sie ist der gesellschaftliche Kitt, der uns Menschen zusammen bringt und zusammen hält. Ein Lächeln, ein freundliches Wort, eine hilfsbereite Geste machen das Miteinander angenehmer und tun dadurch Sender und Empfänger gut. Freundlichkeit schafft eine angenehme Atmosphäre für alle Beteiligten.
Echte Freundlichkeit öffnet Türen und erschafft Brücken, wo sonst Abgründe sind
Mir hat an einem trüben Tag die Freundlichkeit der anderen schon oft das Herz erwärmt. Sie ist im positiven Sinne ansteckend und ich bin selbst richtig gerne freundlich. (Außer bei unliebsamen Begegnungen, wenn das Gegenüber einem auf irgendeine Weise schaden möchte und rigorose Abgrenzung leider die einzig mögliche Reaktion ist, was eher selten vorkommt).
Die Leserinnen und Leser der „Ruhrköpfe“ erlebe ich mit ihren Kommentaren in der Regel als sehr zugewandt, warmherzig, freundlich und höflich. Dafür danke ich euch, denn das macht es zu einem Vergnügen, diesen Blog immer weiter zu führen. Ich bin dafür, etwas mehr Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit unter die Menschen und in die Welt zu tragen – sie hat es gerade bitter nötig. Lasst uns Brücken aus Freundlichkeit bauen und für mehr Verständigung sorgen. Es tut uns selbst und allen gut.
Herzliche Grüße, Annette 🙂
Text: Annette Mertens
Fotos: Anke S.

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