Kennst du diese distanzlosen Menschen, die eine Vertrautheit und Nähe erzwingen wollen, die es mit ihnen nie gab und auch nie geben wird? Häufig auch durch den „Pluralis benevolentiae“ gekennzeichnet, den „Plural des Wohlwollens“, bei dem statt des „Ich“ oder „Du“ das scheinbar Vertraulichkeit schaffende „Wir“ benutzt wird, früher auch gerne in der Altenpflege oder im klinischen Bereich mit der Frage, „Haben wir denn heute schon Stuhlgang gehabt?“
Distanzlose Menschen zeichnen sich durch jede Art von aufdringlich-indiskreten Fragen aus, die ihnen nicht zustehen und auch kein Unrechtsbewusstsein aufweisen. Diese Art des Umgangs in sozialen Interaktionen gilt heute mehr denn je als unhöflich, taktlos, impertinent, unangemessen und unverschämt. Trotzdem tauchen die ungehörigen Fragen der Distanzlosen in unterschiedlichen sozialen Kontexten immer mal wieder auf. Wie gehst du damit um, wenn du so unvermittelt mit einer derartigen Frage überfallen wirst?
- Du bist so überrumpelt, dass du dich bereits über dich selbst ärgerst, während du die Antwort schon aussprichst?
- Du fühlst dich unwohl und weißt nicht so recht, wie du dich dieser unangenehmen Situation entziehen sollst, obwohl es dein Gegenüber ist, das sich falsch verhält und nicht du?
- Mit einer klaren Absage, dass du für diese Art von Gespräch nicht zu Verfügung stehst?
- Mit der – ironischen – Frage, ob dein Gegenüber eine Umfrage macht? (für die du natürlich nicht zur Verfügung stehst)
- Mit dem Hinweis, dass die Frage indiskret ist?
- Mit einem deutlichen Nein und natürlich ohne weitere Rechtfertigung?
- Mit einer anderen Variante einer sachlich-freundlichen Absage?
Foto: Anke Stenda, Text und Header-Foto/Bearbeitung: Annette Mertens

Kommentar schreiben